Im Mai habe ich mich etwas getraut, auf das ich wahnsinnig stolz bin: Meine Software Manufaktur im Blick hat sich zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Aus „Ich baue da was Geniales im Hintergrund“ wurde „Schaut her, das ist es.“ Außerdem fand ein ganz besonderes Event statt: ein Wochenende mit meinen Mastermind-Kundinnen. Und ein Projekt, das mir neben meinem Business sehr am Herzen liegt, ging in die nächste Runde: das Repair Café in meiner Gemeinde.
Hier kommen meine drei großen Mai-Themen.
Manufaktur im Blick zeigt sich zum ersten Mal der großen Welt
Wer mich kennt, der weiß: Ordnung ist nicht gerade meine Kernkompetenz. 🫣 Kreativ sein? Immer. Zehn Dinge gleichzeitig anfangen? Mein Spezialgebiet. 😎 Aber Rezepte, Chargen und Rohstoffe sauber dokumentieren – da habe ich mich jahrelang von Zettelchaos zu abfotografierten Ölflaschen und Mica-Dosen gehangelt und dann Wochen später verzweifelt mein Chargenprotokoll zusammengesucht. Genau deshalb gibt es jetzt Manufaktur im Blick: die Software, die Hobby-Siederinnen und Seifenmanufakturen genau diesen organisatorischen Wahnsinn abnimmt – von der Rohstoff- und Chargenverwaltung über den Seifenrechner bis zum Shop.
Im Mai habe ich – wie auch schon im April – weiter wie eine Wahnsinnige daran gebaut und gecodet, ihr den letzten Schliff gegeben – und dann den Schritt gewagt, der mir am meisten Respekt eingeflößt hat: Am 28. Mai habe ich meine erste Info-Veranstaltung gehalten und die Software zum allerersten Mal live vorgeführt. Ich war so unglaublich aufgeregt! Wird alles so laufen wie geplant? Was, wenn ein Klick einen unerwarteten Fehler auslöst, weil ich irgendwas in diesem komplexen Ding übersehen habe? Was, wenn ich mich vor allen furchtbar blamiere oder niemand außer mir in Jubelschreie ausbricht? Sein eigenes Werk vor Publikum live zu nutzen, ist nochmal eine ganz andere Hausnummer, als still daran zu arbeiten!
Aber genau dieser Abend hat aus „mein Projekt“ ein „unsere Geheimwaffe“ gemacht: Es gab Fragen, an die ich selbst nicht gedacht hatte, und Rückmeldungen von Menschen, die diese Software wirklich brauchen. Genau dafür baue ich sie. Und die Buchungen danach zeigen mir: ja, ich bin nicht die Einzige, die „Halleluja“ ruft, wenn sie endlich alles an einem Platz hat und bei der sich die Chargendokumentation wie von Zauberhand alleine macht, sobald man sich einmal die Mühe gemacht und alle Rohstoffe sauber inventarisiert hat.
Mittlerweile stehen die ersten Shops und ich lüge nicht, wenn ich immer noch wieder kaum glauben kann, dass das wirklich ich war, die das Ganze kreiert hat.

Das Dashboard von Manufaktur im Blick.
Ein Wochenende mit meinen Mastermind-Ladies in Geisenhausen
Zweimal im Jahr startet ein ganz besonderes Mentoring in meinem Business, das ich gemeinsam mit meiner Kollegin Maike von Slothlab durchführe: die Blockbuster Mastermind. Über sechs Monate begleiten wir darin Frauen beim Ausbau ihrer Seifen- und Kosmetikmanufakturen. Maike schreibt die Sicherheitsberichte, ich übernehme das Businesscoaching. Diese Kombi ist super effektiv, weil sie automatisch Wachstum im Innen und im Außen ermöglicht. Oft bilden Programme nur eine Seite ab, und das ist auf Dauer nicht nachhaltig. Mitte Mai habe ich für die aktuelle Runde etwas ganz Besonderes organisiert: unser erstes Live-Event. Dazu habe ich hier in meiner Gegend für ein Wochenende ein Ferienhaus im Grünen angemietet, wo ich das Ganze ausgetragen habe. Neben jeder Menge Gesprächsstoff gab es außerdem für alle tolle professionelle Bilder, denn wir hatten für mehrere Stunden meine Haus- und Hof-Fotografin Romana dabei.


Was ein Repair Café mit meiner allerersten Seife zu tun hat
Ende Mai war wieder Repair Café in meiner Gemeinde – zum zweiten Mal. So mitten in den Pfingstferien waren wir im Team unsicher, ob wir genug Zulauf haben würden. Am Ende mussten wir jedoch sogar drei Reparaturaufträge wieder heim schicken, weil wir es zeitlich nicht alles geschafft haben. Ich liebe es, unser Projekt wachsen zu sehen. Ich finde, in der heutigen Zeit geht trotz oder wegen AI so viel Wissen verloren, vor allem was handwerkliche Dinge angeht. Unser Repair Cafe setzt da einen schönen Gegenpol, und entspricht so sehr meinen Werten. Vieles muss man einfach fühlen, sehen, machen, um es zu verstehen. Und auch der Gedanke, Dinge nicht einfach achtlos zu entsorgen, ist mir wichtig. Aber dazu braucht es eben auch jemanden, der einem hilft, das Ganze wieder nutzbar zu machen. Und by the way: Auch meine erste Seife entstand ja nur, weil ich das versehentlich gelieferte Natriumhydroxid nicht wegwerfen wollte, sondern statt dessen verwertet habe. Passt also wie die Faust aufs Auge zu meinem Lebensstil, dieses Projekt.
Und auch am Rechner kann ich mich dabei austoben, das macht das Ganze noch spannender für mich: Die Website für das Repair Café habe ich auch gebaut. Code-Vibing sei Dank 😅 Ich liebe das: ich habe eine Idee und eine Struktur im Kopf, wie ich Dinge aufgebaut und verknüpft haben will, und AI setzt das für mich in einen Code um.


Was im Mai 2026 sonst noch los war
- Seifenoper-Livesieden: wir haben eine Löwenzahnseife gesiedet.
Was ich im Mai 2026 gebloggt habe
- Warum ich Manufaktur im Blick entwickelt habe – die ganze Geschichte hinter meiner Software.
- Was ist Naturseife – und was sie alles nicht ist – mit den hartnäckigsten Irrtümern rund um den Begriff.
- Wie lange muss Seife reifen? – die Geduldsfrage schlechthin beim Seifensieden.
- Monatsrückblick April 2026 – BarCamp, ein verpasster Geburtstag und neue Welten.
Mein Ausblick auf den Juni 2026
- Mein kostenloses Live-Webinar „Seife sieden – so vielseitig wie Du“ am 10. und 11. Juni – für alle, die einen Einblick in das super spannende und vielseitige Hobby Seife sieden bekommen möchten.
- Der Start meiner Soapstar Academy am 22. Juni – mein 6-Wochen-Intensivprogramm mit wöchentlichen Live-Terminen.
PS: Und während ich diesen Beitrag schreibe, sehe ich durch Zufall meinen Beitrag von vor drei Jahren. Damals hatte ich meinen letzten Monat als Angestellte, war voller Zweifel und doch so viel Zuversicht, dass das Abenteuer Selbständigkeit schon gut werden würde. Mit Tränen in den Augen bin ich heim gefahren. Angst. Immer wieder Angst. Was, wenn ich’s nicht schaffe. Meine Güte, wie gerne würde ich mein altes Ich jetzt an die Hand nehmen und ihr zeigen, was in dieser Zeit alles entstanden ist, was ohne ihren Mut nie möglich gewesen wäre.

