Dr. Jessica Maas mit Brille und selbstironisch verzogenem Gesicht, daneben der Schriftzug "Byebye Zettelwirtschaft"

Byebye Zettelwirtschaft: Warum ich meine Seifenrezepte nicht mehr auf Papier verwalte

Über 20 Jahre lang habe ich meine Seifenrezepte auf Zettel geschrieben oder hatte sie irgendwo im Downloadordner, meine Chargennummern und eingesetzten Rohstoffe mit dem Handy abfotografiert, um sie dann irgendwann nachzutragen und meine Bestände zum größten Teil im Kopf verwaltet, um dann im entscheidenden Moment festzustellen: Moment, da fehlt was. In diesem Jahr habe ich damit Schluss gemacht. Byebye Zettelwirtschaft – und ehrlich gesagt: Ich vermisse Dich kein bisschen.

Ich erzähle Dir hier, warum die losen Zettel, die Excel-Tabellen und die abfotografierten Ölflaschen für mich am Ende einfach nicht mehr gepasst haben, was ich jetzt stattdessen mache – und woran Du merkst, dass es vielleicht auch bei Dir Zeit für den Abschied ist.

Kurzantwort: Nach über 20 Jahren Seife sieden habe ich mich von handgeschriebenen Rezeptzetteln, Excel-Tabellen und abfotografierten Chargennummern verabschiedet. Der Grund: In der Zettelwirtschaft ging ständig etwas verloren – Rezepte, Bestände, Reifezeiten, die Doku für die Kontrolle vom Amt. Heute liegt alles an einem Ort in meiner eigenen Software „Manufaktur im Blick“. Kein „wo hatte ich das Rezept jetzt noch mal“ mehr, kein „wie viel wovon brauch ich jetzt für diese Form noch mal“, und vor allem: keine „hoffentlich kommt das Amt jetzt nicht vorbei“-Gedanken.

5 Gründe, warum ich die Zettelwirtschaft satt hatte

Ich sage es gleich vorweg: Ich bin ein Chaot vor dem Herren. Frag meine Familie, sie verdrehen bei dem Thema nur wissend die Augen. Deswegen waren meine Seifenrezepte bisher zum größten Teil auf losen Zetteln oder als unsortierte Dateien auf meinem Rechner verstreut. Und die Doku zu meinen Chargen? Nur in den dringendsten Fällen und oft erst am Abend vor dem Markt erledigt. Hat es mich genervt und Zeit gekostet? Ja! Aber ich hatte keine Idee, wie ich es sinnvoller und vor allem für mich durchhaltbar organisiere. Diese fünf Punkte haben mir irgendwann den Rest gegeben, dass ich mir selber eine Lösung kreiere.

1. Ich habe mehr gesucht als gesiedet

Bei jeder neuen Seife habe ich einen Zettel geschrieben, auf dem die passenden Mengen für meine Form standen – nur um ihn beim nächsten Mal nicht wiederzufinden und alles neu zu berechnen. Der eine Zettel, der wirklich wichtig war, verschwand zuverlässig zwischen Einkaufsliste und Notizblock. Ich habe Rezepte drei-, viermal ausgedruckt, weil das alte Blatt weg war.

2. Ich wusste nie, was noch im Regal steht

Der Klassiker: Ich plane voller Vorfreude eine neue Seife, gehe zum Regal – und stelle fest, dass das Mandelöl längst alle ist. Inventur? Fehlanzeige. Und erst recht nicht eine Übersicht über den aktuellen Stand. Hand aufs Herz: Wer pflegt seine Ölmengen nach jedem Sieden sauber nach? Ich nicht. Zumindest bisher.

3. Reifezeiten lebten in meinem Kopf – und mein Kopf ist voll

Wann ist welche Charge reif? Das habe ich mir „gemerkt“. Oder aber meine Fotogallerie durchsucht, bis ich die Fotos der Rohstoffe hatte, die ich bei jedem Sieden abfotografiert habe, und das Datum dazu. Mühsam. Und alles andere als übersichtlich.

4. Die Dokumentation hat mir Bauchschmerzen gemacht

Chargennummern der Rohstoffe beim Sieden habe ich mit dem Handy abfotografiert, um sie „wenn Zeit ist“ ins Chargenprotokoll zu übertragen. Diese Protokolle habe ich dann wochenlang vor mir hergeschoben. Bei dem Gedanken, das Gesundheitsamt könnte fragen, wurde mir jedes Mal ein bisschen mulmig. Eine Rückverfolgbarkeit wie in der Kosmetikverordnung gefordert? Wäre super aufwändig gewesen.

5. Kalkulieren war zu großen Teilen Bauchgefühl

Was kostet ein Stück Seife wirklich – inklusive Rohstoffen, Verpackung und meiner Arbeitszeit? In Excel habe ich das ein paarmal versucht. Es war OK, aber so richtig happy war ich mit dem System nie. Meistens habe ich am Ende geschätzt, weil es so viele Variablen gab. Und eine richtig saubere Abrechnung nach einem Markttag war immer super zeitintensiv.

Was ich mir immer ersehnt habe: alles an einem Ort

Ich habe lange nach einer Software gesucht, die mir das abnimmt. Alles, was ich gefunden habe, war meistens auf Englisch und deckte außerdem nur einen Bruchteil von dem ab, was ich mir gewünscht hätte. Dann kam Anfang 2026 die Möglichkeit auf, mit Hilfe von KI zu programmieren – und im April 2026 habe ich direkt die ersten Zeilen von Manufaktur im Blick geschrieben. Was ein GameChanger für mich!

Der Clou: Gerade weil ich das Chaos selbst so gut kenne, weiß ich ziemlich genau, was so ein Tool im echten Seifen-Alltag können muss – und was nur schön aussieht, aber nichts bringt. Statt loser Zettel liegen Rezepte, Bestände, Chargen und die komplette Dokumentation jetzt an einem einzigen Ort. Und nach einem Markttag sehe ich automatisch, was wovon an welchem Standort verkauft wurde. Wie diese Software genau entstanden ist, erzähle ich Dir ausführlich in meinem Beitrag Warum ich Manufaktur im Blick entwickelt habe.

Was sich seit dem Abschied von meiner Zettelwirtschaft verändert hat

Das Ehrlichste zuerst: Ich bin immer noch dieselbe Chaosqueen wie vorher. Werde ich wohl auch immer bleiben. Was sich verändert hat, ist nicht mein Charakter – sondern dass mein Chaos jetzt aufgefangen wird, ohne dass ich zum Ordnungstalent werden muss.

Konkret heißt das: Ich gebe ein Rezept ein und es wird automatisch auf meine Formmenge angepasst – kein Umrechnen mehr auf einem Schmierzettel. Beim Rezept sehe ich sofort, ob überhaupt genug Rohstoff da ist. Reife Chargen meldet mir das Dashboard von allein, statt dass ich sie mir merken muss. Und wenn ich die Doku brauche, sind Chargenprotokolle und MHDs in Sekunden da – statt in einem Stapel abfotografierter Ölflaschen zu schlummern.

Das Wichtigste: Ich suche nicht mehr. Das ständige Suchen, neu Schreiben, neu Berechnen – ist einfach weg. Und mit ihr das ständige schlechte Gewissen, dass irgendwo noch etwas undokumentiert herumliegt.

Woran Du merkst, dass es auch bei Dir Zeit für den Abschied ist

Vielleicht kennst Du das eine oder andere davon. Wenn Du bei mehr als einem Punkt nickst, ist die Zettelwirtschaft vielleicht auch bei Dir reif für ein Byebye:

  • Du berechnest Rezepte immer wieder neu, weil Du den alten Zettel nicht mehr findest. Oder hast am Ende Reste nach dem Einfüllen, weil nicht alles in deine Formen passt.
  • Wenn du eine Charge planst, musst du erst mal in die Seifenküche laufen, um zu sehen, was du da hast.
  • Deine Chargenprotokolle schiebst Du seit Wochen vor Dir her.
  • Der Preis, den du für deine Seife nimmst ist alles andere als sauber kalkuliert, sondern „was die anderen halt auch so nehmen“.
  • Beim Gedanken an eine Kontrolle vom Amt wird Dir mulmig.

Ordnung in der Seifenküche ist kein Charakterfehler, den man beheben muss

Wenn Du auch das Gefühl hast, dass Deine Zettelwirtschaft Dich mehr Zeit und Nerven kostet, als sie Dir spart, dann schau Dir Manufaktur im Blick an. Es ist meine Software für Seifensiederinnen und Manufakturen: Inventar, Rezepte, Chargen und Sicherheitsdaten an einem Ort. Es gibt zwei Pläne – Basic für den Start (aktuell 19 €/Monat noch zum Einführungspreis) und Pro für wachsende Manufakturen (aktuell 39 €/Monat noch zum Einführungspreis, inklusive Online-Shop, Kasse für Märkte, Kundenverwaltung und Cloud-Speicher). Beide jederzeit kündbar.

Übrigens: Dass ausgerechnet ich als bekennende Chaosqueen eine Software für Ordnung verkaufe, ist kein Widerspruch – sondern wahrscheinlich genau der Grund, warum sie taugt.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert